Auf den Spuren Luthers, der Reformation und des Bauernkriegs
7-tägige Bildungsreise
Termin
Mo. 17.05.2027 - So. 23.05.2027, ganztägig
In Planung:
Von Leipzig aus begeben wir uns auf eine spannende Zeitreise zu den Ursprüngen der Reformation. An den Originalschauplätzen spüren wir den dramatischen Anfängen dieses historischen Umbruchs nach, der ab 1517 das Mittelalter beendete und die Neuzeit einläutete. Dabei tauchen wir tief in Luthers Theologie, sein Bibelverständnis und seine Lehre der Rechtfertigung ein, die bis heute prägend sind. Ein Höhepunkt der Reise ist der Besuch in Frankenhausen, wo vor rund 500 Jahren die entscheidende Schlacht im Deutschen Bauernkrieg tobte. Zudem folgen wir den Spuren von Johann Sebastian Bach, dem Großmeister der evangelischen Kirchenmusik, an seinen Wirkungsstätten.
Beschreibung
1. Tag: Pfingstmontag, 17.05.2027
Auftakt in Eisenach mit Wartburg
Busfahrt von Wertheim nach Eisenach, Martin Luthers „lieber Stadt“, in der er 1498-1501 lebte und die Lateinschule besuchte. Auf einem Rundgang kommen wir an der Stadtkirche St. Georgen (Hochzeitskirche der hl. Elisabeth und Taufkirche J.S. Bachs) sowie am Lutherhaus, einem der schönsten Fachwerkhäuser Thüringens, vorbei und sehen das Eisenacher Lutherdenkmal sowie Bachs Geburtshaus. Auffahrt zur Wartburg auf den Höhen des Thüringer Walds, Führung im Palas sowie Gang durch die Gemäldeausstellung und den Elisabethengang zur Vogtei mit Lutherstube, wo „Junker Jörg" 1521 das Neue Testament übersetzte und damit die Grundlage für unsere neuhochdeutsche Schriftsprache schuf. Anschließend Fahrt in die „Bachstadt" Leipzig (späte Ankunft): Hotelbezug für sechs Nächte. (ca. 460 km)
2. Tag: Dienstag, 18.05.2027
Kloster Helfta und Lutherstadt Eisleben
Heute unternehmen wir einen Ausflug zum ehrwürdigen Zisterzienserinnenstift Helfta St. Marien vor den Toren Eislebens. Im Mittelalter war es ein Zentrum der Mystik, im Bauernkrieg wurde es 1525 verwüstet, 1999 wurde es wiederbelebt. Hier wird das Thema „Luther und die Klöster" aus einer Frage der Kirchengeschichte zur aktuellen Erfahrung gelebter Ökumene. Teilnahme am Mittagsgebet. In Eisleben, Martin Luthers Geburts- und Sterbeort, Besuch des Geburtshauses und der Taufkirche des großen Reformators. Nach einem Stadtrundgang vorbei an der St. Andreaskirche, wo Luther 1546 seine letzten Predigten hielt, und am Sterbehaus Luthers besuchen wir die Annenkirche mit ihrer einzigartigen reformatorischen Stein-Bilderbibel und neu entdeckten Original-Klosterzellen aus Luthers Zeit. (ca. 175 km)
3. Tag: Mittwoch, 19.05.2027
Luthers Studienort
Ausflug nach Erfurt, der Hauptstadt Thüringens. Ein besonderes Augenmerk gilt neben der Krämerbrücke, dem Wahrzeichen der Stadt, dem Augustinerkloster, in das der Jurastudent Martin Luther am 17. Juli 1505 als Novize eintrat, und dem Dom mit den berühmten Farbfenstern des hochgotischen Chors, wo Luther 1507 zum Priester geweiht wurde. Auf dem Weg vom Kloster zum Dom kommen wir an Luthers Studentenwohnheim und der alten Erfurter Universität vorbei. (ca. 295 km)
4. Tag: Donnerstag, 20.05.2027
Brennpunkt der Reformation
Unser dritter Tagesausflug hat Lutherstadt Wittenberg zum Ziel, ab 1508 Hauptwirkungsstätte Martin Luthers. Hier verbrachte auch Lucas Cranach d. Ä. die wichtigsten Jahre seines Lebens und war hier zeitweise Ratsherr und Bürgermeister. In den Cranachhäusern am Markt betrieb der Malerunternehmer und Hofmaler von drei sächsischen Kurfürsten seine Bildproduktion. Wir besuchen das Lutherhaus/Augusteum (ehemals Augustinerkloster, ab 1525 Wohnsitz der Familie Luther), die Stadtkirche St. Marien (Luthers Predigtkirche, in welcher einige der Werke Lucas Cranachs d. J. zu sehen sind), das Wohnhaus Philipp Melanchthons, das einen guten Einblick in Leben und Werk des großen Humanisten gibt, und schließlich die Schlosskirche: An der damals hölzernen Kirchentür soll Martin Luther am 31. 0ktober 1517 seine 95 Thesen angeheftet haben, um zur Disputation über den Zustand der Kirche aufzufordern; hier fanden Martin Luther und Philipp Melanchthon ihre letzte Ruhestätte. (ca. 170 km)
5. Tag: Freitag, 21.05.2027
Katharina von Bora, Luthers Ehefrau
Heute geht's nach Torgau, seit 1456 Residenz der sächsischen Kurfürsten. Möglichkeit zum Besuch eines Gottesdienstes. Die Stadtkirche St. Marien beherbergt einen Cranach-Altar und die Grabstätte Katharina Luthers und war Wirkungsstätte des Kantors und Hofkapellmeisters Johann Walter, Luthers Freund und Berater in musikalischen Dingen. Wir besuchen das Renaissance-Schloss Hartenfels mit der Schlosskapelle, dem ersten nach reformatorischen Grundsätzen erstellten Kirchenbau (1544 von Luther eingeweiht). Wir sehen das Sterbehaus Katharina Luthers und den Marktplatz mit seinen Renaissance-Häusern. (ca. 110 km)
6. Tag: Samstag, 22.05.2027
Der Deutsche Bauernkrieg
Ausflug nach Bad Frankenhausen, wo am 15. Mai 1525 die größte Schlacht des Deutschen Bauernkriegs stattfand. Der radikalreformatorische Theologe Thomas Müntzer war der geistige Anführer und priesterliche Beistand der Bauern und wurde nach deren Niederlage gefangen genommen und hingerichtet. Die Bauern hatten 6.000 Todesopfer zu beklagen. Der Weg hinauf zum Schlachtberg heißt noch heute „Blutrinne“. Im Panorama Museum bestaunen wir das Monumentalgemälde von Werner Tübke, das an die Ereignisse erinnert. Fußmarsch (optional, ca. 2 km) auf dem historischen Fluchtweg Müntzers nach Frankenhausen. Abschließend Abstecher zum Kyffhäuser-Denkmal, einem beeindruckenden Beispiel der preußisch-nationalen Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts. Berühmt geworden ist das Kyffhäuser-Gebirge durch das, was sich in ihm verbirgt: „der schlafende Kaiser Barbarossa im unterirdischen Schlosse“. Die „Barbarossa-Sage“, im ausgehenden Mittelalter entstanden, im 19. Jahrhundert zur Nationalsage befördert, ist heute eine der bekanntesten Sagen Deutschlands. Sie war auch ein Grund für die Errichtung des Denkmals inmitten der Ruinen einer alten Reichsburg. Wir steigen hinauf (247 Stufen) und genießen eine weite Aussicht bis zum Brocken im Harz. (ca. 270 km)
7. Tag: Sonntag, 23.05.2027
Bachstadt Leipzig
In Leipzig führt uns am Vormittag ein Rundgang vorbei an Gewandhaus, Universität mit Paulinum, Moritzbastei, Neuem Rathaus, Nikolaikirche, Naschmarkt mit Goethe-Denkmal und Altem Rathaus zur Thomaskirche, wo J.S. Bach über ein Vierteljahrhundert als Kantor wirkte und auch sein Grab fand. Optionale Mittagspause in Auerbachs Keller, bekannt durch Goethes „Faust“, wo aber auch Luther nachweislich verkehrte. Am Nachmittag Heimfahrt nach Wertheim. (ca. 390 km)
Ansprechpartner
Veranstaltungsort
Leipzig
Veranstalter
EEB Odenwald-Tauber