Wortkinotheater Norbert Eilts gastiert mit "Dietrich Bonhoeffer"
Es war ein Weg durch das Leben und Wirken von Dietrich Bonhoeffer in einer ergreifenden Darbietungsform. Es gab keinerlei Hinweis auf die Gegenwart, aber die Aktualität war überwältigend.
"Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten, noch mit Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden - in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichts sagende Einzelfälle beiseite geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals wer wir mehr versuche, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährliche. Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suche. Ich bin sicher, dass sie nicht wesentlich ein Intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr schwerfällige, die alles andere als dumm sind." (Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 26 ff)