Gedenkstättenarbeit Neckarzimmern

Das Mahnmal in Neckarzimmern für die am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden aus Baden

  

Ein Projekt für Toleranz und Gerechtigkeit, die Achtung der Menschenwürde, den Dialog und Verständigung.

Das Mahnmal in Neckarzimmern erinnert an die nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden Badens. 139 Gedenksteine erinnern auf einer 25 mal 25 Meter großen Bodenskulptur in Form eines Davidsterns an über 5.500 durch die Nazis verschleppte Menschen.
Die vom Gondelsheimer Künstler Karl Vollmer entworfene Skulptur wurde in das Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend in Neckarzimmern integriert.  
Die Gedenksteine sind in doppelter Ausführung von Jugendgruppen der Gemeinden gefertigt: Ein Teil verblieb in den Gemeinden zur Mahnung und Erinnerung, ein Teil wurde auf dem Davidstern des Mahnmals angeordnet.
 
Sie finden hier Veranstaltungen zum Thema. Wenn Sie Interesse an einer Gruppenführung haben wenden Sie sich gern direkt an uns. eeb.odenwald-tauber@kbz.ekiba.de
  
So. 18.10.2026, 13:30 Uhr
Anlässlich des 86. Jahrestages der Deportation der jüdischen Bevölkerung Badens durch die Nationalsozialisten findet am Mahnmal Neckarzimmern eine Gedenkfeier statt.
Mahnmal Neckarzimmern
Neckarzimmern
Fr. 30.10.2026, 16:00 bis 18:00 Uhr
Förderverein Mahnmal sucht ehrenamtliche Gedenkstätten-Guides für das Mahnmal Neckarzimmern
Der Förderverein Mahnmal sucht engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich als Gedenkstätten-Guides engagieren möchten. Am Freitag, 30. Oktober 2026 lädt der Verein von 16 bis 18 Uhr zu einem unverbindlichen Kennenlern-Workshop zum Mahnmal auf dem Gelände der Evangelischen Jugendbildungsstätte ein. Das Angebot richtet sich an alle, die sich für Geschichte interessieren, gerne mit Gruppen arbeiten und einen Beitrag zur modernen Erinnerungsarbeit leisten wollen.
Keine Anmeldung erforderlich.
Mahnmal Neckarzimmern
Neckarzimmern
Di. 30.03.2027 - So. 04.04.2027
Studienreise
In Südwestdeutschland steht der Name Gurs für die Deportation der badischen, pfälzischen und saarländischen Juden. An einem einzigen Tag, dem 22. Oktober 1940, wurden über 6400 Menschen, vom Baby bis zum Greis, ins besiegte Frankreich abgeschoben.
Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben
  

Präzisierung zur Deportation

Es wird davon ausgegangen, dass ca. 5.500 Menschen aus Baden (es zirkulieren Zahlen zwischen 5.400 und 5.600) und ca. 900 aus der ehemaligen Saarpfalz nach Frankreich deportiert wurden.
Einige wenige Hundert konnten sich der Ermordung durch Auswanderung (bis 1942 legal möglich) entziehen. Durch das Eingreifen der Hilfsorganisationen wurden knapp 75% der aus Baden und der Pfalz verschleppten Kinder aus den französischen Lagern gerettet. Etliche Schicksale sind nach wie vor ungewiss. Fast 1.000 Personen verstarben in Frankreich, hauptsächlich an den miserablen Bedingungen in den Lagern - Kälte, Hunger, Krankheiten. Knapp 2.600 Menschen wurden ab August 1942 auf Veranlassung der Nazis von Frankreich aus in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Die meisten von ihnen wurden dort von den Nazis direkt ermordet. Natürlich gehen auch die in Frankreich Verstorbenen auf das Konto der Nazis, schließlich hätte es ohne die Deportation dieses Leid nicht gegeben.
Gurs war ein Lager, das ursprünglich gebaut worden war, um Geflüchtete aus Spanien nach dem Ende des Bürgerkriegs aufzunehmen. Unter Vichy war es ein Internierungslager, kein Arbeits- oder Vernichtungslager, und bewacht wurde es von Franzosen.