Über Stuck und Stein, ein Spaziergang durch die Kirchengeschichte mit Pfarrerin Juliane Kautzmann
- 08.10.2026 -
Zum Bezirksfrauennachmittag kamen nach Brehmen die Frauen aus dem ev Kirchenbezirk Odenwald-Tauber, nach einem ersten Lied und der herzlichen Begrüßung durch das Leitungsteam, Rose Waschek, Beate Gültig und Andrea Stahl durften die Anwesenden sich zunächst bei Kaffee und Kuchen austauschen und aber auch bei den kleinen ehrenamtlichen verkaufstischen der Bücherecke Boxberg und des Ein Welt Ladens Osterburken ihre Kauflaune ausleben.
Gespannt waren die Gäste schon auf den Vortrag, welcher kurzweilig, und mit Liedgut passend zur jeweiligen Epoche von der Rednerin Frau Kautzmann gespickt wurde. Frau Juliane Kautzmann ist seit 2024 Pfarrerin in Adelsheim hat sie ihre erste Pfarrstelle angetreten, sie hatte europäische Kunstgeschichte in Heidelberg studiert und hatte über das weitere Theologiestudium den Pfarrberuf ergriffen, geboren im Bauland in Sindolsheim, freute sie sich in Heimatnähe eine Pfarrstelle in Kooperationsraum Bauland-Jagst bekommen zu haben. Ihren Vortrag untermalte die Rednerin mit Bildern zur jeweiligen Epoche und hielt dabei aber immer auch das jeweilige passende Liedgut, welches in unseren Gesangbüchern zu finden ist, im Blick. So begann alles damit, dass sich die ersten Christen bis etwa 312 n.Chr. noch in privaten Häusern trafen, dann mit Kaiser Konstantin wurde die Kirche als Staatsreligion angesehen. Seither gibt es auch die Sonntagsruhe und aber auch das Weihnachtsfest am 25. Dezember. Es entstanden die Ersten Kirchen, als Beispiel sahen die Gäste Fotos der Basilika Santa Sabina - Rom anno der 430 er Jahre. Es gab die ersten Lieder welche noch lateinisch gesungen wurden so das das Gloria in exelsis Deo, zu hören war es in einer Version eines Chores mit Vorsänger. Danach kam die Zeit der Karolinger und Franken ab 800 n Chr. Unter Karl dem Großen entstanden die ersten Klöster – die Romantik zeigt uns Ihren Anblick am Beispiel des Doms in Speyer (1061). Es gab wenig Fenster – die Kirche sollte eine Festung sein gegen das Heidentum – hier kamen die ersten Orgeln in die Kirchen, mit dem Pfingsthymnus, „Vini creator spiritus“ versetzte uns Frau Kautzmann in diese Zeit musikalisch zurück, auch dieser wurde noch in Latein vorgetragen. Der Handel blühte und die Universitäten in Heidelberg oder Prag entstehen – die Kirche prägt das Denken – wir kommen in der Gotik an im 12.-15 Jh.. Das Freiburger Münster und der Kölner Dom, aber auch das Ulmer Münster mit seinem bis vor kurzem noch höchsten 161,63 m hohen Glockenturm entstehen – Alles zieht nach oben in den Himmel um den Höchsten zu Ehren, alles wird ganz filigran. Jetzt entsteht unser erstes Kirchenlied welches wir heute noch als Osterlied kennen im ev. Gesangbuch Nr. 99 zu finden: Christ ist erstanden. Im 15 und 16. Jh. Steht der Mensch im Fokus, die Kirche ist im Aufruhr – die Renaissance bestimmt die Architektur – die Antike wird wieder entdeckt – am Petersdom (1506 – 1626 gebaut) gut zu sehen. Alles soll gefällig fürs Auge sein. Der Kirchraum wird bemalt, ausgeschmückt – die Künstler dürfen zeigen was sie können – es kommt zur Reformation und unter Luther entstehen viele neue Kirchenlieder, so auch das Lied : Ein feste Burg ist unser Gott, welches gemeinsam unter musikalischer Begleitung am Klavier mit Frau Steinmetz von den Frauen gesungen wurde. Der 30 jährige Krieg trifft die Menschen hart – Selig zu Sterben, ist der fromme Wunsch der armen Leute – Es wird aber auch dramatischer – wir sind im Barock angekommen. Als Beispiel führt uns Frau Kautzmann die Frauenkirche in Dresden 1723-1743, aber auch die Kirche Vierzehnheilgen in Staffelstein vor Augen– es hat Stuck und Deckengemälde in sinnlicher Pracht – der Barock will Emotionen wecken.
Hier kommt es nochmals zur Steigerung der Rokoko bringt die Orgel nun endlich richtig ins Spiel – die Familie Bach prägt dies Zeit – aber auch Dichter wie Paul Gerhard sind am
Dass ich Pfarrerin geworden bin stand nie in meinem Lebensplan. Angefangen hat alles mit der Kunst. Ich habe schon immer selbst leidenschaftlich gern gemalt und nach der Schule Europäische Kunstgeschichte in Heidelberg studiert. Dort waren wir angehalten, andere Studienfächer zu erkunden. So bin ich zur Theologie gekommen und habe schnell viele Schnittstellen von Kunst und Religion entdeckt. Bei der Theologie bin ich dann geblieben und bin nun seit 2024 in meiner neuen alten Heimat Pfarrerin im Kooperationsraum Bauland-Jagst. Noch heute zeichne ich, wenn es die Zeit zulässt und beim Städteurlaub führt kein Weg an einer noch unbekannten Kirche vorbei.